Bericht von Wanderführer und Ehrvorsitzenden Günther Bender

 

Die 30. Wanderwoche des Taunusklub-Zweigvereins Neu-Anspach fand vom 7. bis 14. Juni 2008 mit insgesamt 29 Teilnehmern im jüngsten Natur- und Nationalpark Kellerwald-Edersee statt. Die Organisation dieser Jubiläumswanderwoche lag in den Händen der Wanderführer Wolfgang Böhmer, Werner Buhmann und Günther Bender.

 

Ausgangspunkt der einzelnen Wanderungen war das Landhotel Kern in Bad Zwesten. Nach dem Einchecken und anschließendem Mittagessen führte ein erster Erkundungsgang durch den Kurpark des Städtchens zu den Hardtwalskliniken und weiter über den Treisberg zurück zum Ausgangspunkt. Beim Abendessen haben wir den beiden Geburtstagskindern Gudrun Böhmer und Maria Geiß nach einer Runde Obstler natürlich auch ein Geburtstagsständchen gebracht.

 

Am nächsten Morgen starteten die Teilnehmer nach dem Absingen eines Wanderliedes und dem obligatorischen „Spruch des Tages“ bei Kaiserwetter zur „Königstour“ im südlichen Teil des Naturparks Kellerwald. Zunächst ging es über Oberurff-Schiffelborn vorbei an der Burgruine Löwenstein zur Freizeitanlage im Urffbachtal, von wo eine kleine Gruppe auf einem Rundweg zurück nach Bad Zwesten wanderte. Für die anderen begann hier auf dem Kellerwaldsteig ein langer, steiler Aufstieg über den Hunsrück zum höchsten Berg des Kellerwaldes, dem 675 m hohen Wüstegarten. Von dem 25 m hohen hölzernen Aussichtsturm konnten wir einen atemberaubenden Blick über den Kellerwald genießen, bevor wir über steile Hänge nach Densberg abstiegen, wo wir am Morgen einige Autos geparkt hatten.

 

Die zweite Wanderung am nächsten Tag begann da, wo die erste gestern geendet hatte, und führte uns von Densberg über Dodenhausen über den Tischbeinweg zum Kloster Haina. Hier trafen wir mit der kleinen Gruppe zusammen, die mit PKW´s hierher gefahren war, und einen Spaziergang durch den Stamfordschen Garten rund um das Klostergelände gemacht hatte. Das im 13. Jhd. gegründete Zisterzienserkloster Haina hatte der hessische Landgraf Philipp der Großmütige nach der Reformation 1524 aufgelöst und in ein Hospital für Geisteskranke umgewandelt. Das heutige Zentrum für Soziale Psychiatrie mit verschiedenen Pflegeeinrichtungen für behinderte Menschen wird heute vom Landeswohlfahrtsverband Hessen unterhalten.

 

Nach einem „Sektfrühstück“ anlässlich des Geburtstags von Günther Bender starteten wir am nächsten Morgen nach Reinhardshausen westlich von Bad Wildungen. Von hier ging es bei drückend heißem und schwülem Sommerwetter über den Kellerwaldsteig nach Bergfreiheit zu den „Sieben Zwergen“. Doch zum Glück sorgten unterwegs zwei Wassertretanlagen für eine angenehme Abkühlung. Am Abend dann eine kleine Überraschung: anlässlich der drei Geburtstage, in dieser Woche, war das für den letzten Abend geplante Vier-Gänge-Menü auf heute vorverlegt worden.

 

Der Mittwoch sollte ein besonderer Höhepunkt werden. Nachdem wir in den nordwestlichen Teil des Nationalparks Kellerwald gefahren waren, starteten wir zunächst zu einer gut vierstündigen Wanderung von Kirchlotheim über den Urwaldsteig bis Asel-Süd am Edersee. Über einen Rundkurs kehrten wir zu unserem Ausgangspunkt an dem im Januar 2008 eröffneten Nationalpark-Zentrum zurück, wo ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung uns in die Geheimnisse der „Wildnis“ eines Nationalparks einweihte. Bei einer abschließenden 4-D-Film-Vorführung zu diesem Thema waren von den Zuschauern manchmal laute Schreckensschreie zu hören.

 

Nachdem wir bereits mehr als die Hälfte der Wanderwoche erfolgreich überstanden hatten, ließen wir es am Donnerstag etwas gemütlicher angehen. Vom Hotel aus starteten wir durch den Kurpark Bad Zwesten Richtung Bad Wildungen und passierten den „Sorgenstuhl“, ein stuhlähnlich geformter Steinblock oberhalb der Hardtwaldklinik, wo nicht nur die Patienten der Klinik ihre Sorgen dem Stein anvertrauen. Hier legten wir eine kurze Gedenkpause ein, hätte doch unser Hans, ein alter Wanderfreund, der leider nicht mehr unter uns weilt, heute seinen 79. Geburtstag feiern können. Beim Einmarsch in Bad Wildungen gegen Mittag setzte dann erwartungsgemäß der Regen ein. Doch das hatten wir gewissermaßen eingeplant, hatten wir doch hier unsere Autos für die Rückfahrt geparkt. Die letzte Wanderung führte uns dann noch einmal in den südlichen Teil des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Von Gellershausen wanderten wir über die Quernstkirche nach Frebershausen und zurück zu unseren Fahrzeugen am Parkplatz in Gellershausen. Bei der Rückfahrt gab es dann einen Zwischenstop im Waffelhaus Bad Wildungen, wo wir Waffeln in allen Variationen genießen konnten.

 

Und den krönenden Abschluß dieser gelungenen Wanderwoche bildete schließlich traditionsgemäß ein bunter Abend mit Vorträgen und Sketschen, so wie es bei unseren Wanderwochen schon immer üblich war.

 

Im kommenden Jahr laden Jörg Öhne, Gudrun und August Meier zur Wanderwoche nach Ost Tirol ein und in 2010 wird der älteste Naturpark „Bayrischer Wald“ angeboten werden.

 

Die schönen, wanderreichen Tage, mit viel Freude und Geselligkeit waren nun vergangen und alle Wanderfreunde sind gut zu Hause angekommen.