20.04.21
Themenweg: Waldschäden
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Eine umfangreiche Beschreibung des von Ehrenvorsitzenden Günther Bender erkundeten Themenweges, entlang dessen die Waldschäden im Stadtwald Neu-Anspach verifiziert werden können, wird hier in den Neu-Anspacher Nachrichten in Fortsetzungsfolgen beschrieben werden. Hier in der Ausgabe Mai lesen Sie Teil 2 der dreiteiligen Reihe:

Am Fuß des Klingenkopfs liegt auf 610 m ü. NN der Klingenborn, das Quellgebiet des Erlenbachs, auch Kuhborn oder Mückenborn genannt, ein Hinweis auf den Viehtrieb in den vergangenen Jahrhunderten. Ursprünglich lag die Quelle unmittelbar an dem Weg, der vom Sandplacken zur Saalburg führt. Heute ist die Quelle ca. 100 m weiter unterhalb in einem Steinbecken gefasst und mit einer Hinweistafel gekennzeichnet. Es wird vermutet, dass die alte Quelle versiegt ist, nachdem die Städte Bad Homburg und Oberursel von der Südseite her Stollen zur Trinkwassergewinnung in den Taunuskamm gebaut haben.

Am Klingenborn verläuft die Nutzungsgrenze zwischen dem Stadtwald Neu-Anspach sowie der Gemeinde Schmitten und dem etwa 140 ha großen Staatswald des Landes Hessen, der teilweise auch in der Gemarkung Anspach liegt. Daher muss auch der hessische Finanzminister die Grundsteuer an die Stadtkasse zahlen. Der sog. Herrenwald war bis ins 19. Jhd. im Besitz der Landgrafen von Hessen-Homburg und fiel im Jahr 1866 an die preußische Provinz Hessen-Nassau. Und auch hier hat der Motorsägen-Künstler seine Spuren hinterlassen.

Entlang des oberen Hangweges, der den Sandplacken über den Taunus-Quarzit-Zug mit der Saalburg verbindet, hat der Borkenkäfer in den beiden Trockenjahren auch in den alten Fichten-beständen des Herrenwaldes ganze Arbeit geleistet. Mittlerweile sind aber einige Flächen wieder neu bepflanzt worden – überwiegend mit Laubhölzern. Und so bietet sich heute von hier oben eine herrliche Fernsicht über die Kleeblattstadt Neu-Anspach hinweg bis in das Usinger Becken.

Der Themenweg führt vom Klingenborn oberhalb des Hangweges weiter auf den 620 m hohen Eichkopf über die ehemalige Langlaufpiste zwischen Sandplacken und Saalburg, die zu Zeiten, als es noch Schnee im Taunus gab, regelmäßig vom Naturpark Hochtaunus gespurt wurde. Doch Eichen, nach denen der Berg benannt ist, sind hier kaum noch zu sehen, und die verbliebenen Fichten werden demnächst wohl auch dem Borkenkäfer zum Opfer fallen. Über den Eichkopf verläuft der Limes, der vor fast 2000 Jahren die Grenze zwischen dem römischen Reich südlich der „Höhe“, wie der Taunus genannt wurde, und den germanischen Stämmen im Norden bildete. Doch der „Pfahlgraben“, wie der römische Grenzwall genannt wird, war in der Vergangenheit nicht nur die Grenze zwischen dem ca. 140 ha großen Staatsforst des Landes Hessen in der Gemarkung Anspach und der Ober- und Niedereschbacher Hohe Mark auf der Südseite des Taunuskamms, sie trennte auch einst die Landgrafschaft Hessen Homburg vom Herzogtum Nassau, und später die Regierungsbezirke Darmstadt und Wies-baden, sowie die Kreisgebiete von Usingen und dem Obertaunuskreis mit Sitz in Bad Homburg und die ehemaligen Forstämtern Usingen und Bad Homburg.

Auf dem Eichkopf steht das Römerkastell Heidenstock, von dem heute noch die renovierten Grundmauern sichtbar sind. Hier befand sich vermutlich ein Grenzübergang, der von einer kleinen Besatzung überwacht wurde. Heute führt der Metzgerpfad einige hundert Meter weiter unterhalb des Römerkastells über den Limes.

Im Sommer 2019 warten die Schäden in den Hochlagen an den Fichtenbeständen entlang des Metzgerpfades noch nicht so gravierend. Doch mittlerweile hat der Borkenkäfer auch bereits die jüngeren Fichten fast vollständig vernichtet – und darauf sollen die neu geschaffenen Skulpturen mahnend hinweisen. Aber auch hier am Metzgerpfad zwischen dem Eichkopf und dem 606 m hohen Einsiedler entsteht bereits wieder ein neues Waldbild. Vom Einsiedler verläuft der alte Handelsweg am Nordhang des östlichen Taunusrückens steil bergab durch den hessischen Staatsforst. Hier waren wie auf dem Klingenberg im Gemeindewald Anspach bereits im 19. Jhd. die ersten Fichtenbestände entstanden, die in der zweiten Hälfte des 20. Jhd. fast vollständig geerntet worden waren. Doch mittlerweile sind die Restbestände dieser etwa 150 alten Bäume wie auch die aus Neupflanzung und Naturverjüngung entstandenen jungen Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Aber die verbliebenen Laubbäume der ursprünglichen Bestockung lassen hoffen, dass der Wald zu einer natürlichen Entwicklung zurückfinden kann!

Die Fortsetzung, dritter und letzter Teil der Beschreibung des Themenweges, folgt im nächsten Heft Ausgabe Juni der Neu-Anspacher Nachrichten.